im Himmel wie auf Erden

Im Himmel
Wenn wir uns nach dem Himmel strecken,
die Arme ausbreiten,
tief Luft holen,
den Wolken folgen
mit unseren Blicken,
zu sehen, wer dort wohnt
und was sie uns ankündigen

– oder im Funkeln der Sterne
nach Formen und Figuren suchen,
überwältigt vom Leuchten
und voller Fragen
nach dem Wesen dieser Welt,
und unserem Platz darin,

dann sind wir schon
in allem Staunen und Schauen,
Wesen des Suchens und Fragens
Ja, das sind unsere Namen:
Wir Staublichen heißen allesamt
„Suche“ und „Frage“.

Wenn daher nun Dein Wille geschieht,
dort im Himmel: Was geschieht dann?

und auf Erden
„Suche“ und „Frage“
ist unser Wesen in Zeit und Welt,
so irdisch, dass wir uns gegenseitig das Leben beschweren,
als könnten wir, wenn wir einander auslöschen,
die Suche und die Frage auslöschen,
überschreiben mit einem Namen,
den wir uns selber geben,
der heißt: „Behauptung“ und
„Sieh mich an“!

Wenn daher nun Dein Wille geschieht,
hier auf Erden: Was wird geschehen?

Wendungen

Wir wenden uns an Gott und suchen seine Nähe,
hat Gott denn nicht ein offenes Ohr für uns,
für unsere Sorgen und Nöte, unsere Klagen?

Gerade erst haben wir ihm gesungen, Lob und Dank,
weil er sich nicht verborgen hat,
sondern befreit,
was verloren und was gefangen ist –
ausgeliefert den Mächten,
die alles aus den Menschen heraus saugen wollen,
an Kraft, Ideen, Fantasien, Zuneigung, Arbeit, Begehren, Gedanken und Worten. 

Müssen wir nicht zugeben: Das, was uns nützlich scheint,
machen wir uns untertan, macht uns untertan,
dem dienen wir uns an?
Wir selber sind es, die sich verlieren. 

Wenn Du, Gott, das Leid deiner Schöpfung ansiehst,
dann sind auch wir in deinem Blick:
Mach uns zu Zeug:innen Deiner Liebe:
Friedenswirker-, Gerechtigkeitssucher-, Heiler:innen.
Menschen neuer Wege –
Gott wendet sich an uns.

Demokratie trifft Nachbarschaft

Am Samstag, dem 20.04., findet unser zusammen mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie sowie den Schulnetzwerken, der Jugendfreizeitstätte und dem Quartierskoordinator erarbeitetes Programm zur Förderung von Demokratie seinen vorläufigen Höhepunkt: Das Nachbarschaftsfest Demokratie trifft Nachbarschaft.

Zuvor gibt es um 12 Uhr am vertrauten Ort neben Rossmann eine Haltestelle für Frieden, Toleranz, Vielfalt und Demokratie, bevor es um 13 Uhr mit dem Fest am Nollendorfplatz weitergeht. Bereits einen Tag zuvor ist ein Tag speziell für Schüler:innen, die in den vergangenen Monaten an verschiedenen Programmen und Aktionen teilgenommen haben,
zuletzt am Workshop „Doing Demo“, den ich am Heisenberg Gymnasium durchgeführt habe.

Für das Fest gibt es einen Shuttlebus von der Fischsiedlung über die Märchensiedlung zum Evinger Schloss / Nollendorfplatz.

Osterpsalm

Weck Deine Kraft,
wälze die Steine,
versetze in Ohn-Macht die Träger der Waffen.

Entbinde die Bindungen,
falte die Leichentücher beiseite,
entwickle das Leben.

Erhebe die Abgelegten,
erfülle mit Atem die kalte Starre,
lass das Herz wieder schlagen.

Wärme die Hände,
öffne die Augen,
erhelle das Dunkel.

Finde die Suchenden,
besuche die Ängstlichen,
berühre die Zweifelnden.

Tröste die Weinenden,
Iss mit den Hungrigen,
geh voraus den noch Zögernden.

Segne und sende mit Frieden
zu allen Menschen: Mich.

Ent-Schuldigung

Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte:
Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! (Mt 27,24)

Ich – bin unschuldig. Das ist Eure Sache.
Seit Anbeginn lautet so des Menschen Ent-Schuldigung.
Ich – bin unschuldig. Das ist Eure Sache.
Das ist deren Sache. Das ist nicht meine Sache.

Doch ist es die Sache Jesu, denn gewiss ist er es, der den schweren Weg gehen wird.

Es dauerte nicht lange, bis die Jubelrufe sich in Hohn und Spott verwandelte,
dass „Hoch soll er leben“ sich in „hoch soll er hängen!“.

Urteile, Meinungen, Hass, Spott, Hohn, Verachtung:
Tausendfach geteilt, jeder kann sich als Ankläger und Richter zugleich beweisen,
heute nicht weniger als damals,
sondern per Kurznachricht und Kommentar
eilig einfach in die Welt hinausposaunt. 

Was ist mit denen, die darunter zerbrechen?
Denen die Last zu schwer wird?
Wer sich schwach zeigt, bekommt noch zusätzlich Druck:
„Du Opfer“ – heißt es verächtlich.

Wäre es nicht an der Zeit gewesen, Stärke zu demonstrieren, Jesus?

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.
Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf. (Ps 22,7f)

Schütteln wir nicht den Kopf über den, der sich unschuldig ausliefert?
Ist er nicht allein darum schon schuldig in unseren Augen?
Ist, wer sich zum Opfer macht, nicht selber schuld? So entschuldigen sich die Täter.

Doch lud Jesus unsere Schuld auf sich, trug unsere Krankheit und unsere Schmerzen
– und auch die ihren.

Zukunft.Einfach.Bauen

Auf dem Grundstück der Auferstehungskirche soll ein innovatives, nachhaltiges Bauprojekt die Zukunft des Bauens vorstellen:
Ein Gebäude aus dem zum Patent angemeldeten
.

Dahinter steht ein einfaches, modulares Bauprinzip mit Elementen aus nachhaltigen und lokal verfügbaren Materialen. Das Gebäude soll jedoch nicht nur als Showroom für die Idee einer neuen Art des Bauens und dessen Umsetzung dienen, sondern zugleich als Erweiterung der Auferstehungskirche und ihrer Angebote in die Nachbarschaft und für den Stadtbezirk. Denn der neu entstehende Raum eignet sich für Ausstellungen, Kleinkunst, Kreativaktionen, Vorträge, Begegnungen und vieles mehr, nicht zuletzt als Meditations- und Raum der Stille.
Für die Realisierung dieses Gebäudes ist eine Kickstarter-Kampagne gestartet worden.
Jede Unterstützung für dieses Projekt ist dabei nicht nur eine Investition in die Zukunft des Bauens, sondern fördert die Begegnung und das Miteinander in unserem Stadtbezirk.

Aufstehen für Demokratie

weitere Mahnwachen:
11.03.-18 Uhr, Sonnenplatz/ Möllerbrücke (Kreuzviertel)

15.03.-16 Uhr Vor Reinoldi
Westenhellweg (Innenstadt)

Evinger Demokratietage:
19.04. Aktionstag Evinger Schulen

20.04.-12 Uhr Haltestelle
nachmittags:
Demokratie trifft Nachbarschaft
(Evinger Schloss, Nollendorfplatz)

Ökumenischer Kreuzweg
der Jugend
15.03. ab 16:30 Uhr
St. Barbara: Dein Point of View
Kreuzweg trifft Stadtgeschichte
trifft Demokratie
Aktuelles hier:

Das neue Braun ist blau!

Unter dem Motto „Das neue Braun ist blau! Für unsere Demokratie und gegen Menschenverachtung in unserer Stadt“ ruft der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus zur Demo auf. Dazu gehören unter anderem politische Parteien, wie SPD und Grüne, die AWO, der ASTA der TU oder auch evangelische und katholische Kirche in Dortmund.

Start ist um 15 Uhr vor der Steinwache / dem Cinestar.

WIR SCHWEIGEN NICHT
wenn Identitäre, AfD, Menschen aus der Werteunion und ein Unternehmer Vertreibungspläne entwickeln, die in ihrer Konsequenz die Verfolgung und
Vertreibung von Millionen Menschen unseres Landes bedeuten.

WIR SCHWEIGEN NICHT,
wenn – ausgewählt nach völkisch-nationalen Vorstellungen – Menschen mit Migrationsgeschichte, anderer Religion oder anderem kulturellen Hintergrund
nicht zu „unserem Volk“ gehören sollen.

WIR SCHWEIGEN NICHT,
wenn Menschen wegen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer religiösen oder politischen Anschauung
verfolgt oder angegriffen werden.

WIR SCHWEIGEN NICHT,
wenn Populisten gemeinsam mit Rechtsradikalen gegen die Demokratie hetzen und Pläne in Hinterzimmern schmieden, die uns alle treffen, die diese
Demokratie leben und gestalten.

WIR SCHWEIGEN NICHT,
da wir Dortmunder*innen einstehen für ein vielfältiges und solidarisches
Miteinander der Menschen in unserer Stadt.

alles Liebe

Zugegeben
dass alles, was wir tun,
in Liebe geschehe,

wie ja nicht die Jahreslosung,
sondern der Kurze, der Paulus, sagt,
in seinem Brief an die Korinther,
Letzte Worte noch zum Schluss, nicht zu Beginn,

dass also alles, was ich tue,
in Liebe geschehen soll,
wage ich nicht zu glauben,
geschweige denn zu hoffen.

Denn: Was soll das heißen?
Und: Wie soll das gehen?
Überhaupt: Alles?

Erfordern die Dinge nicht,
sach- und fachgerechte
Maßnahmen,
abgewogene Antworten,
deutliche Abgrenzungen,
hartes Durchgreifen,
strategisches Denken,
entschiedenes Handeln?

Und soll nicht,
was übrig bleibt,
wenigstens Spaß machen?

Oder wird die Liebe gar,
zur billigen Ausrede,
für dies und das?

„Ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen. Ich liebe doch
– ich setze mich doch dafür ein“, rief Erich Mielke,
45 Jahre lang Leiter der Staatssicherheit,
am 13. November 1989 in der Volkskammer.

Man muss nicht Christ sein, um diesen Satz zu unterschreiben,
und dennoch bleiben da wohl Fragen…

Außer Frage aber steht,
dass diese Welt und unsere Zeit,
wohl dringend Liebe braucht,
nicht als Parole,
nicht nur im Reden,
sondern im Tun.
Zugegeben.